Bericht zu den Protesten gegen das NPD-Flaggschiff in Bad Cannstatt am 30.08.

Medien und Stadt schweigen im Vorhinein alles tod+++Etwa 48 Stunden Mobilisierungszeit+++Über 250 GegendemonstrantInnen+++schikanöse Polizeikontrollen+++NPD ohne Aussenwirkung+++ rund 300 Polizeikräfte im Einsatz+++ antifaschistische Demonstrationen

Nazis in Stuttgart?
Im Rahmen ihres Wahlkampfes tourt die NPD schon seit meheren Wochen mit ihrem Propaganda-LKW durch die komplette Bundesrepublik. Dabei kündigten sie an, Kundgebungen in zwölf verschiedenen Städten in Baden-Würrtemberg zu machen, um dabei ihre rassistische Hetze und mörderische Ideologie nach außen zu tragen. Am 30.08. machten sie dann auch halt auf dem Marktplatz in Stuttgart Bad-Cannstatt.

Nicht mit uns!

Während die Medien und die Stadt nichts von der geplanten Kundgebung der Faschisten veröffentlichten, versammelten sich bereits am Donnerstag, den 29.08. AntifaschistInnen in Cannstatt. Den Tag, an dem die NPD eigentlich ihre Propagandaveranstaltung durchführen wollte, nutzten AntifaschistInnen um am Wilhelmsplatz, in der Fußgängerzone und auf dem stattfindenden Wochenmarkt mit Transparent, Megafon und Flugblättern für die Proteste am nächsten Tag zu mobilisieren.
Am 30.08.2013 versammelten sich mehrere AntifaschistInnen auf dem Wilhelmsplatz in Bad-Cannstatt. Schon kurze Zeit später formierte sich ein Demonstrationszug über die Fußgängerzone in Richtung des, mit so gennanten „Hamburger Gittern“, abgesperrten Kundgebungsortes der Nazis. Völlig willkürlich stoppte die Polizei den Demonstrationszug, welcher über einen Umweg allerdings direkt bis zu den Absperrungen gelang. Kleinere Gruppen von Antifaschistinnen und Antifaschisten oder Einzelpersonen, welche Richtung Kundgebungsort der Nazis gingen wurden von Polizeikräften festgehalten, penibel durchsucht und kontrolliert. Hierbei kam es zu mehreren willkürlichen Platzverweisen und Verhaftungen. Der Kundgebungsort der Nazis- der Marktplatz in Bad Cannstatt- liegt abgelegen in einer Seitenstraße zwischen Kirche, Rathaus und Verwaltungsgebäuden. Die GegendemonstrantInnen versammelten sich mit der Zeit rund um den abgesperrten Bereich. Die Polizei zog ihr Großaufgebot immer weiter zusammen und war omnipräsent. Der NPD-Kleinlaster kam mit einer etwa zwei stündigen Verspätung an, da er bei seiner Abfahrt in Reutlingen von AntifaschistInnen aufgehalten worden war. Um den NPD-Laster in Stuttgart vor Blockaden zu bewahren setzte die Beweis- und Festnahmeeinheit (BFE) der Polizei willkürlich AntifaschistInnen kurzzeitig fest. Den NPD-Reden und dem abgespielten menschenverachtenden Rechtsrock wurde von allen Seiten antifaschistische Parolen und Trillerpfeifen entgegengesetzt. Gegen Ende der Kundgebung wurden erneut kurzzeitig ganze Straßenzüge von der Polizei abgesperrt um den NPD-Laster aus der Kundgebung zu schleusen. Das nächste Ziel der Faschisten war Ludwigsburg, so bildete sich erneut ein antifaschistischer Demonstrationszug, welcher quer durch die Cannstatter Innenstadt zum Bahnhhof führte, um dann nach Ludwigsburg zu gelangen.

Wieder einmal eine erfolglose Aktion der Faschisten. Wir nutzen die Gegenproteste um eigene Inhalte zu vermitteln und Präsenz zu zeigen. Der Wahlkampf geht allerdings noch weiter- auch der Wahlkampf der NPD. Wir müssen weiter an Strategien des Widerstandes gegen kurzfristig angekündigte/spontane Aktionen der Faschisten arbeiten und diese weiterentwickeln. Essentiell für die antifaschistische Praxis ist es kontinuierlich faschistischen Aktivitäten und deren Strukturen effektiv entgegenzuwirken.

Beteiligt euch an der Kampagne: www.unmoeglichmachen2013.tk

Bilder folgen …

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